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Stellen wir uns
vor, wir machten einen Abenteuerurlaub in Kanada. Plötzlich taucht
aus dem Nichts ein großer, riesiger Grisley auf, wäre es jetzt
nicht töricht auf den wilden Bären zu zugehen, da ich in meiner
Jugend eben einen solchen kleinen Bären als Teddy hatte, mit dem
ich immer so schön schmusen konnte? Ich laufe also dem Bären
entgegen, mit der Absicht ihm auf die Brust zu klopfen und sag zu ihm;
"Du bist ein großer starker Junge, komm lass uns Freunde werden."
Töricht? Oh ja, das wäre töricht. Instinktiv würde
jeder normal veranlagte Mensch den nächsten Baum aufsuchen und darauf
hoffen, dass der Bär nicht nachkommt. Die instinktive Angst hätte
mir in diesem Fall das Leben gerettet. Angst ist wie Gift: Zu viel ist
tödlich, doch ein bisschen davon wirkt oft wie Medizin!
Laut Nikolaus B. Enkelmann lassen sich die Spuren des Menschen seit 400.000
Jahren auf unserer Erde verfolgen.
Das Überleben gehört seit jener Zeit bis zum heutigen Tag als
fester Bestandteil zur Rasse Mensch und Tier. Unser Wissen wird unterteilt
in drei Bereiche.
- Bewusstsein
- Unterbewusstsein
- Urwissen
Unser Bewusstsein ist alles was wir bewusst tun. Arbeiten, Fernsehen,
Bügeln oder Entscheidungen treffen usw. Das Bewusstsein unterscheidet
uns vom Tier, da wir die einzigen Wesen sind, die über sich selbst
nachdenken können. Zum Beispiel habe ich den richtigen Beruf, den
richtigen Partner, lebe ich in der richtigen Stadt, habe ich wirkliche
Freunde usw.? Das bleibt dem Tier verschlossen, es kann sich nichts aussuchen
und auch nicht die Frage stellen, " Warum bin ich ein Tier?“.
Die Bereiche Unterbewusstsein und Urwissen haben Mensch und Tier gemeinsam.
Treten sie mal einen Hund, das hat er ihnen bei ihrem nächsten Besuch
noch nicht vergessen. Alle gemachten Erfahrungen, ob selbst erlebt, gedacht,
gesehen, gehört oder durch Dritte erfahren, alles bleibt im Unterbewusstsein
gespeichert. Mit dem Beginn unseres ersten Atemzuges.
Das Urwissen bekommen wir von der Natur als Beigabe des Lebens geschenkt.
Jeder Mensch hat in seinem Gehirn das Urwissen der gesamten Menschheitsentwicklung
bis zum heutigen Stand gespeichert. Im so genannten „kollektiven
Unterbewusstsein“ sind Bilder enthalten, die Freude, Ängste,
Zorn oder Glück auslösen können. Sie sind in einer eigenen
Sprache verschlüsselt, nicht zu vergleichen mit dem, was allgemein
unter Sprache zu verstehen ist. Beim Anblick einer Schlange zum Beispiel
empfinden die meisten Menschen ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes
Angstgefühl, auch wenn sie niemals konkret in ihrem Leben von einer
Schlange bedroht wurden. Diese Angst basiert nicht auf individueller Erfahrung,
sondern auf Übermittlung, etwa durch Erzählung und vor allem
durch die Erfahrung unser Vorfahren, die im Urwissen verankert ist. Bilder
setzen Assoziationen frei, die ihren Ursprung im Unterbewusstsein haben.
Was einmal im Gedächtnis der Natur eingeprägt wurde, geht niemals
verloren. Fazit: Angst ist natürlich!
Die Angst isst die Seele auf!
Gibt es ihn? Den der keine Angst hat, einem Zweikampf auszutragen, oder
sogar gegen mehrere Gegner gleichzeitig zu kämpfen, ungewiss über
den Ausgang dieser Aktion? Kein Schiedsrichter, keiner der dazwischen
springt und einen vor schlimmeren Verletzungen bewahrt. Jeden Tag sterben
auf unserer Welt viele Menschen, die Opfer von Gewaltverbrechen werden.
Krieg, Raubüberfälle, ethnische Konflikte, Sexualtäter,
Gewalt innerhalb der Familie, oder der gefährliche Straßenschläger,
der vielleicht aufgrund schlimmer Kindheit anderen Leid zufügen möchte,
der seinen Minderwertigkeitskomplex mit ein bisschen Machtgelüste
auszugleichen versucht. Jemand, der sich nicht mit der eigenen Angst,
mit Bedrohung auseinandersetzt, wird es schwer haben, in einer lebensbedrohlichen
Situation das Beste daraus zu machen.
"Wer an die Hölle glaubt fährt
hinab!" Martin Luther
Wir alle haben noch die Bilder im Kopf von dem in einer Straßenrinne
blutend liegenden französischen Gendarm Daniel Nivell, der bei der
Fußball WM 98‘ von deutschen Hooligans zusammengeschlagen
wurde. Die Schwere seiner körperlichen und seelischen Verletzungen
werden ihn für den Rest seines Lebens begleiten. Leider gibt es keinen
hundertprozentigen Schutz, wie wir uns vor so wilden Tieren retten können,
doch wenn wir das Mögliche anstreben, haben wir den wirksamsten Schutz
uns und anderen gegenüber, den ein Mensch hier auf Erden erreichen
kann.
Ich höre von vielen, ihnen könne so etwas nicht passieren, obwohl
die Zeitungen sogar aus den kleinsten Provinzstädtchen regelmäßig
von begangenen Straftaten berichten. Viele vertreten noch die Auffassung,
dass nur der Aufenthalt im „Milieu“ gefährlich wäre.
Doch so einfach ist das leider nicht. Sie können das Risiko nur dann
fast ausschließen, wenn Sie sich entschließen, Ihr Haus nicht
mehr zu verlassen. Meiner Meinung nach ist es die angenehmere Lösung,
sich bewusst mit dem Thema auseinander zusetzen. Gefahren ergeben sich
nicht nur etwa im Auslandsurlaub, nein, genauso gefährlich kann es
sein, wenn sie mit Ihrem Auto unterwegs sind. Denken Sie nur an die heutigen
Emotionen im Straßenverkehr. Ebenso könnte es aber auch zu
einem Zwischenfall beim täglichen Gang zu Ihrer Bäckerei kommen.
Denn eines ist gewiss, sicher ist, dass nichts sicher ist!
Angst kommt von Angustus und bedeutet: Enge im Bewusstsein
Die Angst im Allgemeinen ist ein Gefühl der Beklemmung und Bedrohung.
Nimmt die Bedrohung Gestalt an, kommt es zu einem vermehrten Adrenalinausstoß
des Körpers. Adrenalin ist ein Hormon, welches von den Nebennieren
ausgeschieden wird und den Körper mit körperlichem und seelischem
Stress fertig werden lässt. Das Adrenalin ist verantwortlich für
die erhöhte Leistungsbereitschaft des Körpers. Diese spiegelt
sich wieder in Form von erhöhtem Blutdruck, Beschleunigung des Herzschlags
und der Verbesserung der Hirndurchblutung. Unser Körper konzentriert
sich in Momenten von Lebensgefahr, auf das einzig Wesentliche: Kampf und
Verteidigung oder Flucht. Die dazu notwendige Energie wird kurzfristig,
aber schnell durch den Adrenalinschub zur Verfügung gestellt. Die
Kräfte sind erheblich höher und das Schmerzempfinden wesentlich
geringer als in Alltagssituationen.
Mit unserem Körper verändern sich durch die Gefahr und den Adrenalinauswurf
folgende Dinge. Unsere Pupillen weiten sich, um einen besseren Überblick
zu haben. Wir bekommen den so genannten Tunnelblick, damit wir unseren
Fokus direkt auf die bevorstehende Gefahr konzentrieren. Unser Mund wird
trocken und wir können nur sehr schwer sprechen, oder bekommen nur
einzelne Worte heraus. Wir fangen an zu zittern, vor allem die Knie schlackern
und wollen uns zum sofortigen Handeln bewegen. Weitere Symptome können
sein, Gänsehaut, kalter Angstschweiß, Angstgrinsen, Zähneklappern,
Angststarre, erhöhte Muskelanspannung - besonders Trapez und Kaumuskeln
werden dabei angespannt.
Die Bereitschaft zur Gewalt steigt jährlich! Die erfassten Fälle
der Körperverletzung lagen 1999 bei insgesamt 388.406 in der BRD.
Dies ist ein Anstieg von 5,3% oder 19430 Fällen gegenüber 1998,
Tendenz weiter steigend. Wie im Anhang beigefügt, siehe aktuelle
Liste des BKA mit Diagrammen und Zahlen. Man kann davon ausgehen, dass
die Dunkelziffer um ein beträchtliches höher liegt. Bei gefährlicher
und schwerer Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Plätzen
waren vier von fünf Opfern männlich. Mit Ausnahme von Schutzbefohlenen,
wurden bei den aufgeführten Körperverletzungen überwiegend
Erwachsene als Opfer registriert.
Warum sinkt die Hemmschwelle zur Gewaltbereitschaft?
Meinem Empfinden nach liegt ein großer Teil an Problemen
im Elternhaus. Kinder erfahren zunehmend mangelnde Liebe. Einige Eltern
ziehen andere Interessen denen an ihrem Kind vor. Unsere Konsumgesellschaft
fordert hier ihren Tribut. Die Bedürfnisse wollen befriedigt werden,
dazu gibt unsere Gesellschaft den Lebensstandard vor. Die Kinder sind
zu früh auf sich allein gestellt und abends hat man keine nötigen
Reserven, um dem Kind gerecht zu werden, respektive es zu fördern.
Damit das schlechte Gewissen befriedigt werden kann, werden die Grenzen
des Kindes zunehmend erweitert. Auch Antiautoritäre Erziehung genannt.
Aber zum Glück gibt es ja auch noch einen großen Teil von Eltern,
die auch die Erziehung ihrer Kinder als wichtig erachten.
Viele Experten sind sich einig, dass der heute geschätzte Fernsehkonsum
von ca. sechs Stunden täglich pro Kopf in der BRD eine gewisse Abstumpfung
erzeugt (erfasste Zahl laut Statistik aus Fernsehreport). Viele lassen
den Fernseher beinahe bei jeder Beschäftigung als Background laufen.
Fast ausnahmslos, gleich ob Nachrichten, Spielfilme, Talkshows oder andere
Berichterstattungen, werden aus dem Fernseher negative Botschaften übermittelt,
die wir wie ein Schwamm in uns aufsaugen. So lassen wir uns über
Jahrzehnte manipulieren, negativ beeinflussen; und denken vielleicht auf
uns habe das keinen Einfluss. Aber wie wir wissen, vergisst unser Unterbewusstsein
niemals etwas, dass wir über unsere Sinnesorgane aufgenommen haben.
Dabei spielt es keine Rolle, ob selbst erlebt oder „nur“ gedacht
wurde.
Das menschliche Gehhirn hat eine Speicherkapazität, die ausreichen
würde, um die Informationen aufzunehmen, die ein Mensch in 100.000
Jahren erhält. Wir erkennen daran, dass der Mensch das lernfähigste
Wesen der Erde ist. Also eine wahnsinnige Festplatte, die wir besitzen;
wir müssen uns keine Sorgen machen zuviel Informationen aufzunehmen,
sondern vielmehr die Frage stellen, mit welchen Informationen wir unsere
gewaltige Festplatte bespielen wollen.
"Der Geist ist eine Stätte für
sich, er kann aus dem Himmel eine Hölle
und aus der Hölle einen Himmel machen." John
Milton
Mord, Totschlag, Korruption, Vergewaltigung, Lug und Betrug laufen rund
um die Uhr auf allen Kanälen und für jeden zugänglich.
Den letzten Rest positiver Funken im Geist werden vielen Kindern, Jugendlichen
und natürlich auch Erwachsenen durch die Anwendung falscher Computerspiele
geraubt. Der Abstumpfungsprozess ist in vollem Gange, die Bereitschaft
zur Gewaltanwendung steigt. Wissenschaftler sprechen von bereits 30.000
gespeicherten Morden im Gedächtnis von Kindern.
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