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Selbst Frauen die nicht
auf ihre jahrelangen, eingeübten WT-Techniken zurückgreifen
können, bekommen mit BlitzDefence für Frauen ein Konzept vermittelt,
welches sie ungenießbar für jeden Aggressor werden lässt.
So lernten die Frauen schon in der 1. Stunde, dass es auf die richtige
Ausstrahlung ankommt. Sabine belegte mit Zahlen und Fakten, dass durch
aktives Abwehrverhalten, egal in welcher Form, die Übeltäter,
in den meisten Fällen von ihrem Vorhaben abgebracht wurden. Die halbe
Miete ist schon im Vorfeld selbstbewusstes Auftreten, da der Täter
kein Interesse auf Auseinandersetzung und Aufsehen hat, sondern unerkannt
bleiben und sich nicht messen möchte.
Einer der Schwerpunkte im BlitzDefence für Frauen lag auch darin,
dass der Angreifer eine völlig andere Motivation hat als der Angreifer
bei einem Mann. Geht es bei Männern mehr um den Ritualkampf, in dem
es darum geht, sich zu messen um sein Ego und Ansehen nicht zu verlieren;
so wurde während dieses Lehrgangs klar, dass Frauen ganz anders ausgebildet
werden müssen. Übergriffe auf Frauen beginnen in der Regel ganz
anders als auf Männer, so dass die Gegentechniken sich auch von den
normalen BlitzDefence Techniken unterscheiden. Da Frauen teilweise andere
genetische Veranlagungen haben, gibt es Techniken, die sie besonders gut
können und andere, die weniger von Vorteil sind. Wichtig ist hier
nur, dass die überlegte und in dem Moment angebrachte Technik mit
vollem Einsatz ausgeführt wird. Hierzu wurden einige realitätsnahe
Pratschen-Übungen trainiert. Eine Visualisierung des Angriffs war
in vielen Fällen ebenfalls sehr erfolgreich, da keine Pause aufgrund
von Ohnmacht entstand.
Sabine erklärte, wo Selbstverteidigung anfängt. Es ist nicht
nur die Technik und die Kraft einen Gegner außer Gefecht zu setzen,
welche man benötigt. Vielmehr geht es darum, schon im Vorfeld die
Körpersprache, Mimik und die Sprache so zu trainieren, dass unmissverständlich
klar wird: Nicht mit mir! Um Gefahrensituationen zu erkennen und ihnen
angemessen begegnen zu können, ist es wichtig, auf die innere Stimme
zu hören und sich wieder mit ihr vertraut zu machen. Ausschlag gebend
ist es vor allem dem eigenen Instinkt zu vertrauen. Es wurde darauf Wert
gelegt, das richtige Gefühl zu entwickeln, welches durch die Mimik
ausgedrückt wurde.
Das größte Problem lag darin, den Teilnehmerinnen ihr stetiges
Streben nach Harmonie zu unterbrechen. Den Frauen viel es schwer ihrem
Gegenüber ein einfaches NEIN! auf jede Forderung zu geben, ohne dies
weiter zu begründen. Es wurde jedoch klar, dass jede Rechtfertigung
unweigerlich zu einem Aufflammen des Gespräches führte. Der
Grundstein hierfür liegt in der Erziehung. Da Mädchen dazu erzogen
werden, freundlich, höflich und eben mädchenhaft zu sein, lernen
Frauen schon in jungen Jahren solche Auseinandersetzungen nur mit Harmonie
lösen zu wollen. Hier wurde eine klare Grenze gezogen. Die Teilnehmerinnen
wurden angehalten, genauso wie das andere Geschlecht, ehrlich zu reagieren,
um eine gewisse Distanz zu behalten und nicht missverstanden zu werden.
Sobald ihre Toleranzgrenze überschritten wurde, wie zum Beispiel
die Hand des Chefs auf dem Knie oder die Umarmung eines Betrunkenen, sollte
dies sofort klar und deutlich durch ihre Reaktion zu erkennen sein. Hier
kann man beginnen, viele von den Übungen, die während des Seminars
gezeigt wurden, ins tägliche Leben einzubauen.
Es wurde über Hemmungen gesprochen „laut“ zu sein und
das Frauen sich vor sich selbst erschrecken, da sie nicht gewohnt sind
ihre Stimme mit starker Deutlichkeit und vor allem laut zu gebrauchen.
Gerade dies ist jedoch wichtig, um eine Deeskalation zu vermeiden, da
ein potentieller Angreifer in der Regel die Öffentlichkeit meidet.
Grund genug die nächste Übung durchzuführen. In einem Rollenspiel
musste eine Frau in Gedanken an einer Bushaltestelle stehen und dem Anderen
zu allem was er fragte oder sagte, ohne Erklärungen, NEIN sagen.
Egal, ob es die Uhrzeit ist oder um Hilfe gebeten wurde, immer NEIN. Keine
von uns hatte es geschafft nur NEIN zu sagen. Jede erklärte ihr Verneinen
und verstrickte sich so in Worte.
Es war schon sehr erstaunlich, wie schwer es fiel, ein einfaches klares
NEIN zu sagen. Fazit: Wenn ich nicht will, sage ich NEIN! und
ich bin keinem eine Erklärung schuldig, schon gar nicht, wenn ich
ihn nicht kenne!
Dann kam unser Spiegelbild zur Sprache. Zwei Partner standen sich mit
großem Abstand gegenüber. Die eine ging auf die andere bis
zu dem Moment zu, bis diese durch Mimik verständlich machte, stehen
zu bleiben. Wie ist unser Ausdruck, können wir hervorheben, so dass
unser Gegenüber versteht, was wir meinen? Unser Spiegelbild sagte
es uns! Die gleiche Übung wurde erprobt, aber jetzt kam die Sprache
hinzu. Jede Teilnehmerin überlegte sich ihr Schlüsselwort wie
z. B. STOPP!, HALT! oder BLEIB STEHEN! und die Partnerin musste stehen
bleiben, wenn das gemeinte Wirkung zeigte. Als dritte Variante wurde alles
zusammengebaut: Mimik, Sprache, Gestik. Uns wurde klar, dass wir oft etwas
meinen und wollen, aber unsere Mimik und Körpersprache es nicht verdeutlicht.
Mit einem Lächeln sagen wir NEIN - Typisch Frau! Wie soll uns dann
unser „Gegner“ verstehen, er sieht uns als das schwache Geschlecht.
Um die ganze Sache abzurunden, setzten wir uns in kleine Gruppen zusammen
und erzählten uns unangenehme Situationen, in denen es uns schwer
gefallen war, uns zum Ausdruck zu bringen. Anschließend spielten
wir als gemeinsame Gruppe diese Sachlagen durch. Der ein oder andere Aha-Effekt
kam dabei heraus und wir merkten, dass der Schlüssel zum Erfolg eine
gesunde Portion Selbstbewusstsein ist und dass nicht die Kraft im Vordergrund
steht, sondern die mentale und taktile Stärke.
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